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WASSERMÜHLE RÖBLINGEN AM SEE
DIE PROVENCE IM MANSFELDER LAND

                                    demnächst / Landkultur


  

Früher, einst, in der guten alten Zeit, hatte Röblingen ein Seebad direkt an der Haustür. Es lag am Ufer des Salzigen Sees, der mit dem Süßen See als die "Blauen Augen des Mansfelder Landes" beschrieben wurden.. Idylle pur und Ausflugsziel Nr.1.


  

Der Blick vom Deich in Unterröblingen über den ehemaligen See zum Nordufer. In den Jahren 1892/93 begann der Wasserspiegel des salzigen Sees rapide und auf mysteriöse Art zu sinken. Bedingt durch den Kupferschieferbergbau sank der Grundwasserspiegel, was schließlich im Frühjahr 1892 zu einem Erdfall führte, der eine Absenkung des Wasserspiegels um 4 m zur Folge hatte. Die "Mansfeldsche Kupferschieferbauende Gewerkschaft" nutzte die Gunst der Stunde und erwarb das Recht, den See komplett trockenzulegen.


  

1995 beschloss der Landtag von Sachsen-Anhalt die Wiederentstehung des salzigen Sees. Es wurde mit viel Geld eine Entwicklungsgesellschaft gegründet und die Menschen träumten eine Zeit lang von Wassergrundstücken. Passiert ist nichts seit dem und jetzt glaubt kaum mehr einer an den See. . Geblieben ist aber dennoch ein einzigartiges riesiges Naturparadies, das sich seit 2012 im Besitz des NABU befindet


  

Die einst tiefsten Stellen des Salzigen Sees sind bis heute mit Wasser gefüllt und sehr artenreiche Biotope. Das Bild zeigt einen Blick auf die Teufe, die ehemals tiefste Stelle. Die Straße von Röblingen nach Aseleben führt direkt durch das Gebiet des ehemaligen Salzigen Sees. Ein weiterer bedeutender Restsee ist der Kerner See, wo es einen Fischerhof gibt, der sehr leckeren regionalen Fisch anbietet.


  

Ungefähr 3 km entfernt von Röblingen liegt der Süße See mit dem Bad in Seeburg, einem regionalen Ausflugsziel mit einer sehr beeindruckenden Schlossanlage. Der Süße See selbst ist 5 km lang und relativ schmal. Die für mich schönste Badestelle befindet sich in Aseleben. Ein recht unspektakulärer kleiner Sandstrand mit Volleyballnetz und einer Liegewiese und einer immer netten Atmossphäre.


  

EU-gefördert und einzigartig: Der Aussichtsturm am Franzosenberg. Dieser Aussichtspunkt ermöglicht den grandiosen Panoramablick über beide Seen des Mansfelder Landes. Man sieht Obstplantagen, die Weinberge und den Schornstein der Romonta AG. Ganz links im Bild erkennt man die Kali-Halde von Teutschenthal.


  

Die Wanderung zur Halde dauert zu Fuß knapp 2 h. Die Halde besteht aus dem Abraum des Salzbergbaus. Durch den Regen läuft das ausgewaschene Salz in ein Feuchtgebiet vor der Halde und formt eine dystopische Landschaft in den verrücktesten Farben. In der sogenannten Bergbaufolgelandschaft rings um die Halde herum gibt es sehr viel Kurioses zu entdecken.


  

Die Salzkonzentration ist so hoch, dass das pure weiße Salz an den Rinnsalen auskristallisiert. Ähnliche Bilder sieht man sonst nur an einigen Vulkanen dieser Erde. Dort kann man aber vor Besuchern kaum treten. In Teutschenthal habt ihr das Erlebnis for free und in der Regel allein.


  

Wer nicht bis zum süßen See fahren oder wandern möchte um zu baden kann das gern auch am Tonloch in Röblingen. Der Ort ist sehr chillig und man läuft von der Mühle ungefähr 20 Minuten. Es sind selten mehr als eine Handvoll Leute dort und man hat das weitläufige Areal mehr oder weniger für sich allein.


  

Die Wanderung von Unterrißdorf nach Oberrißdorf dauert ca. 1 h, wenn man keine Pausen macht. Aber die Pausen lohnen sich, denn es gibt auf dem verwunschenen Weg eine Unzahl an Wüstungen, alten Mühlen und überwachsenen Weinbergen


  

Das Erlebniszentrum Bergbau Röhrigschacht in Wettelrode erreicht man mit dem Auto in etwa 40 Minuten. Man fährt dann mit dem Originalfahrstuhl der Kumpel mehrere hundert Meter tief in die Erde und viele Jahrzehnte zurück und taucht ein in die unterirdische Welt des Mansfelder Kupferschiefer. Steigt dann in eine alte Grubenbahn und rattert durch die Katakomben des Mansfelder Landes unter der Moderation von Zeitzeugen. Nicht ganz billig, aber extrem lohnenswert und bereichernd.


  

Das Kyffhäusergebirge mit der Kyffhäuserburg und dem Kyffhäuserdenkmal für Kaiser Wilhelm. Das Denkmal ist fast so monströs wie das Leipziger Völkerschlachtdenkmal (81 statt 91 m). Und um die Ecke die Barbarossahöhle in der ja tatsächlich Barbarossa schlummert und von dem die Leute lange glaubten, dass er eines Tages wieder aufwacht und die Deutschen vereinigt. Aber das war dann doch jemand anderes.


  

Was gibt es Netteres, als sich in das Dorfleben zu integrieren. Jeden Sonntag von 10 bis 14 Uhr wird an der romanischen Kirche St. Nicolai in Unterröblingen auf 2 Bahnen Boule gespielt. Von der Mühle aus ist man in 15 Minuten gemütlich dort hinspaziert und wird Teil eines sehr authentischen Erlebnisses. Die Sportfreunde sind offen und gastfreundlich und versprechen einen schönen Start in den Sonntag. Kugeln für das Spiel kann man auszuleihen und sich durch die Kirche führen lassen, wenn man nett fragt.


  

10 Minuten mit dem Auto oder zwei Stationen mit der Bahn und man ist in Eisleben. Die Geburts- und Sterbestadt des großen Reformators Martin Luther mit den entsprechenden Museen, sehr beeindruckenden Kirchen und einer schönen Altstadtstruktur. Ansonsten kann man hier wunderbare Sozialstudien betreiben und relativ viel Armut, Leerstand und Verfall bestaunen. Wie sagen doch treffend die lokalen Helden namens ELSTERGLANZ: "Alles Tod nach der Wende."


  

Das Josephskreuz ist wie der Pariser Eiffelturm in etwas kleiner und im Harz in Richtung Stolberg. Es geht in der Grundidee auf eine Holkonstruktion von Schinkel zurück und wurde später von Otto Beißwänger in Stahl konstruiert und 1896 eingeweiht. Von der Aussichtsplattform kann man den Brocken und den Magdeburger Dom sehen. Manchmal auch den Inselberg und der ist 170 km weg.


  

Weithin sichtbar erhebt sich am Rande der gleichnamigen Stadt die mächtige Burg Querfurt. Im Mittelalter sogar Zentrum eines kleinen, eigenständigen Fürstentums. Mit ihren drei imposanten Türmen, zwei Ringmauern und den starken Befestigungsanlagen ist die Burg eine der ältesten, größten und besterhaltenen Burgen Deutschlands und übertrifft mit ihrer Größe die berühmte Wartburg um das Siebenfache. Die Burg Querfurt ist eine Station der Straße der Romanik und ist ca. 10 km von Röblingen entfernt.


  

Die Turmuhr von Erdeborn ist etwas Besonderes und sie ist ganz in der Nähe. Die Erdeborner sind sehr stolz auf ihre Turmuhr und pflegen sie sehr. Die ganze Kirche ist ein Schmuckstück und wenn man sich etwas bemüht und vielleicht auch mit einem Quäntchen Glück, findet man jemanden in Erdeborn, der einem die Kirche aufschließt und die Uhr zeigt.


  

Eine weltweite Einzigartigkeit sind die Miniaturburgen von Günther Beinert, die sich innerhalb des Stadtgebietes von Gerbstedt befinden. Viele Burgen sind in der DDR-Zeit entstanden. Diese meist nur bis zu 1,70 m hohen Burgen laden zu einem ausgedehnten Spaziergang ein. Später baute Beinert, inzwischen 83 Jahre alt, auch Eisenbahnen, wie diese hier in Siersleben. Alles aus Beton. Jede Schraube, jede Figur. Absolut abgefahren!


  

Eine ganz andere Bahn fährt keine 300 m von der Mühle entfernt. Die Werkseisenbahn von Romonta bringt den Abraum von Stuttgart 21 in den Tagebau, um ihn dort zu verklappen. Die Pläne eines Naherholungsgebietes wurden von der Profitgier quasi begraben . Wenn ihr noch jemanden kennt, der einen LKW mit Bauschutt hat - immer her damit!


  

Wenn man sich durch die Schallbrücke auf die andere Seite der Bahnstrecke begibt und zur Tagebaukante läuft hat man einen sehr beeindruckenden Blick auf etwas, von dem man glaubt, es gibt es nicht mehr. Romonta ist die Abkürzung vom Rohmontan AG, sie stellen eine Art Wachs aus der Kohle her, der einzigartig und unverzichtbar auf der Welt sein soll. Ansonsten betreibt Romonta noch Solarfelder, Windparks und Müllverbrennungsanlagen.


  

Die Schallbrücke ist 400 m von der Mühle entfernt.


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